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Gründungsgeschichte
 
Der Startschuß fiel am 28. Juni 1912: Im Gocher Lokal Laurenzen an der Mühlenstraße hatten sich einige junge Männer zum Kirmesfrühschoppen in ein Hinterzimmer zurückgezogen. Heraus kam dabei die Gründung eines Fußballclubs, des FC Viktoria. Gerade eine Mannschaft stark war der neue Verein, den Heinrich Niewerth, Wilhelm Smit, Willy Schreiber, Karl van Roo, E. Frenzen, Fritz Peters, Hubert Peters, Josef Linsen, Gerhard Bruns, Emil Michels, Theo Peters, und Wilhelm Janssen aus der Taufe hoben.
 
Der erste Vorsitzende des zunächst "wilden" Clubs war der erst 19jährige Heinrich Niewerth. Einige Sorgen standen am Anfang. Die wichtigste, die Suche nach einem geeigneten Sportplatz, war schnell vergessen: Auf dem Schulhof des Gymnasiums wurden mit ein paar Latten zwei Tore errichtet, ein Ball wurde besorgt und die Gründungsversammlung entschied sich für die Vereinsfarben "schwarz-rot". Ein glücklicher Zufall kam beim Eintritt in den Verband zu Hilfe: Der Konkurrenzclub "1907", als einziger Verein der Weberstadt zu Wettspielen zugelassen, war nicht mehr lebensfähig, die "Lizenz" ging auf die Viktoria über, die in der Saison 1912/13 in der C-Klasse antreten konnte.
 
Die Gründungsmannschaft: Fritz Peters, Alex Busch, Wilhelm Smit, Fritz Vogt, Wilhelm Janssen, Josef Janssen, Emil Michels, Moritz Fehlings, Hubert Peters, Heinrich Niewerth, Verwey. Der junge Verein hatte schnell Zuwachs, schon im August überschritt man die Grenze von 100 Mitgliedern. Jugendfußball und Leichtathletik wurden ins Programm aufgenommen. Ohne organisatorische Schwierigkeiten ging es freilich nicht ab, wie eine Niederschrift aus der Gründerzeit beweist: Manche Hindernisse mußten in der nächsten Zeit überwunden werden, sollte der Verein lebensfähig bleiben. Doch dank der Einmütigkeit und der Opferbereitschaft unter den Mitgliedern war es möglich, den einmal beschrittenen Weg einzuhalten.
Lange Zeit benötigte der Verein, um alles in geordnete Bahnen zu bringen. Mitglieder kamen und gingen. Vorstände mußten des öfteren gewechselt werden. Doch die damaligen Leiter, Heinrich Niewerth (1912/13) und Karl Croonen (1913/14) fanden immer wieder einen Ausweg und treue Gehilfen, mit deren Hilfe sie dem jungen Verein ein festes Gefüge geben konnten. 

Erste Sporterfolge
 
Der erste sportliche Erfolg ließ nicht lange auf sich warten:
Die erste Fußballmannschaft schaffte auf Anhieb den Aufstieg in die B-Klasse, die Leichtathletik gewann an Bedeutung. Schon von daher wandelte man den Namen in "Sportverein Viktoria e.V." um, als 1913 die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht erfolgte.

1914 beschloß die Mitgliederversammlung den Bau eines Sportplatzes an der Kopperschen Wiese, der dann auch Mitte Juli desselben Jahres fertiggestellt wurde. Zu spät allerdings, denn der Ausbruch des ersten Weltkriegs verhinderte die offizielle Einweihung. Während des Kriegs kam der sportliche Betrieb bei der Viktoria fast vollständig zum Erliegen.

Ein völlig neues Bild präsentierte sich nach dem Krieg: Die Heimkehrer gingen zunächst auf einer Wiese an der Kalkarer Straße, dort, wo heute die Liebfrauen-Kirche steht, ihrem Hobby nach, wechselten dann zur Asperdener- und schließlich zur Mühlenstraße. Zur gleichen Zeit stieg die erste Mannschaft in die A-Klasse auf, ehe sich die Mitglieder an der Weezer Straße bei Koppers ein eigenes Sportgelände errichteten, um den Anforderungen des stetig umfangreicher werdenden Spielbetriebs gewachsen zu sein. Hier begann dann auch die erste sportliche Glanzzeit der Viktoria. Die Mitgliederzahl wuchs auf über 400 an, der Club wurde zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt im Gocher Leben.

viktoria

Kriegsmannschaft - 1. Weltkrieg 1917 auf dem Sportplatz Kalkarer Straße bei Wildenhoff ob.R.: Linsen, Fr. Kleinofen , W. Smit, A. Smit, Joh. Kleinofen
mi. R.: Hendricks, P. Giesen, Hartmann u. R.: Dölf Rixen, Pastoors, Herm. Busch

1921 schaffte die erste Mannschaft durch einen 1:0 Sieg im Entscheidungsspiel gegen Viktoria Rheydt auf neutralem Platz in Kaldenkirchen den Aufstieg in die Liga. Ein Sonderzug mußte eingesetzt werden, um die Schlachtenbummler zu befördern und die Rückkehr der siegreichen Elf wurde zu einem wahren Volksfest.
viktoria-goch

Liga-Aufstieg 1921
1. Mannschaft
A. Smit, W. Smit, J. Herzog   Th. Kattelans
H. Brouwers , H. Völker-Janssen, T. Voigt,
H. Peters, W. Janssen , E. Brücker, F. Peter

Aufschwung durch Houben
 
Leichtathletik-Sportfeste untermauerten gleichzeitig den überregionalen Ruf der Viktoria, die mit Hubert Houben inzwischen einen Sprinter der Weltklasse hervorgebracht hatte. Das städtische Stadion, das nach ihm benannt wurde, erinnert noch heute an den Ausnahmeathleten, der seine größten Erfolge im Dreß von Preußen Krefeld feierte. Kein Wunder, daß durch einen Mann wie Houben gerade die Leichtathletik einen großen Aufschwung nahm. Ohnehin war die sportliche Orientierung erheblich breiter geworden, so daß der Verein in seiner Hauptversammlung 1923 erstmals verschiedene Abteilungen einrichtete, denen von nun Obleute, die allesamt ihren Platz im Vorstand bekamen, zugeteilt wurden. Die Palette sportlicher Möglichkeiten erstreckte sich von der Fußball- über eine Handball- und Leichtathletikabteilung bis zu den Schwimmern.

Für die Viktoria war das Gelände an der Barriere bald zu klein geworden, so daß man sich gezwungen sah, ein in seiner Art richtungweisendes Stadion an der Gaesdonker Straße zu bauen, das 1925 als "Viktoria-Kampfbahn" eingeweiht wurde. Zur Einweihung wurde vor der imponierenden Kulisse von 5000 Schaulustigen ein großes Sportfest veranstaltet, an dem rund 200 Sportler teilnahmen. Unter anderem ging die Krefelder vier mal 100 Yards-Staffel mit Houben, Wernsing, Salz und Schüler an den Start. Darüber hinaus konnten die Viktoria-Verantwortlichen allein zehn Landesmeister aus den Niederlanden und Deutschland in ihrem neuen Stadion begrüßen.

houben
Mit Hubert Houben erhielten die
Leichtathleten des Sportvereins
Viktoria ihr großes Vorbild.
Am 20. September des Jahres
1925 lief der Gocher Sohn die
100-Meter-Strecke in
beachtliche  10,8 Sekunden
 
 
 
 
 
viktoria
Ein Startschuß aus erfahrener Hand:
Hubert Houben, Sohn der Stadt Goch und einst Deutscher Meister auf der 100-Meter-Sprintstrecke, schickt den jugendlichen Viktoria-Nachwuchs in
den Wettkampf. Wir schreiben das Jahr 1931 und befinden uns auf der legendären Viktoria-Kampfbahn an der Gaesdoncker Straße.

Auch die Gocher hatten übrigens in dieser Zeit Athleten von überregionaler Geltung: So wurde Gerd van Nooy in die 25 mal 400-Meter-Nationalstaffel berufen. Nicht weit zurück hinter den Leistungen der Leichtathleten blieben auch die Handballer, die nach Qualifikationsspielen den Einzug in die höchste Klasse schafften. Die Popularität des 500 Mitglieder starken Großvereins war schließlich auch ausschlaggebend dafür, daß sich der bis dahin selbstständige Boxclub der Viktoria anschloß.

Das neue Umfeld "Viktoria Kampfbahn" schien vor allem aber die Fußballer zu beflügeln: 1927 stieg die Elf in die Bezirksliga, die zweithöchste deutsche Klasse auf, wurde damit zur Nummer eins am Niederrhein und sorgte für den größten Erfolg in der noch jungen Viktoria-Geschichte. Die Spieler: Remmen (Aldenhoven), Michels, Koenen, Gerolles, Smit, Wegscheider, Droste, Joppen, Franken, Janssen, Giebels (Walboom, Ebben). Nach wechselhaften Jahren mit Auf- und Abstiegen beschenkten die Fußballer ihren Club zum Jubiläum mit dem erneuten Aufstieg in die Bezirksliga.
 

Aufbau nach dem 2. Weltkrieg
 
Während des zweiten Weltkriegs, der wiederum den Sportbetrieb auf ein Minimum beschränkte, kam es auf Grund von Personalproblemen zu einer erfolgreichen Spielgemeinschaft mit der Pfalzdorfer Alemannia. Nach dem Krieg stand man zunächst vor einem Chaos, das Stadion verwüstet, viele Aktive kehrten nicht mehr zurück, an geordneten Spielbetrieb war nicht zu denken. Erst 1949 normalisierte sich das Geschehen, die erste Mannschaft trat wieder in der Kreisklasse an und schaffte pünktlich zum 40jährigen Vereinsbestehen den Aufstieg in die Amateurliga. Eng verbunden war der sportliche und gesellschaftliche Wiederaufstieg der Viktoria mit dem Namen seines damaligen Vorsitzenden Gerd van Nooy, der 1953 in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Ein wenig im Schatten der ersten Fußballmannschaft, aber nicht minder gut harmonierend: die Altherren- und Jugendabteilung. Vor allem die Osterjugendturniere verschafften der Viktoria schon damals einen groß Namen. Vorübergehend wurden die beiden Abteilungen gar zum Aushängeschild, als Anfang der 60er Jahre, der Verein feierte sein goldenes Jubiläum, die Leistungen der ersten Mannschaft Anlaß zur Sorge gaben.

Tenor einer prächtigen Feier zum 50. Geburtstag war allerdings: "Viktoria geht niemals unter". Die nächsten Jahre bestätigten das. Während sich im Jugendbereich schon ab 1961 Hans Zeegers einen großen Namen erwarb, erweiterte der Verein seine eigene Leichtathletik- Anlage in der Viktoria-Kampfbahn und traf im Vorstandsbereich eine ebenfalls richtungsweisende Entscheidung: Bruno Völling übernahm 1967 das Amt des ersten Vorsitzenden und führt den Club auch im 75. Jahr seines Bestehens. Kurz bevor er gekürt wurde, ein aufsehenerregender Erfolg der Leichtathletin Christa Derix, die im 800-Meterlauf an den Deutschen Meisterschaften in Hannover teilnahm.
viktoria

1. Mannschaft vor dem 2. Weltkrieg 1937:
Begleiter J. Janssen , A. Smit, H. Binn,
J. Görtz, van Nunen , P. Boumans, J. Binn,
F. Erkens, W. Görtz, Kösters, K. Remmen, Esser

Toni Tourek bei Viktoria
 
Gleich im ersten Amtsjahr Völlings bewies die Viktoria, daß sie sich nicht nur am Leistungssport orientierte, sondern auch einen sozialen Auftrag ernstnahm: Eine Damenfußballmannschaft absolvierte ein Benefizspiel zugunsten der "Aktion Sorgenkind" auf dem Viktoria-Gelände. Schirmherr der Veranstaltung war "Torwart-Denkmal" Toni Turek, der eigens zu der Partie anreiste. Frauenfußball blieb dennoch nur eine Episode in der Vereinsgeschichte. Wohltätigkeitsveranstaltungen allerdings nicht. Ein vorläufig letzter Beleg dafür: Im Jubiläumsjahr 1987 tritt bekanntlich die Bundesliga-Mannschaft von Bayer Uerdingen bei einem Tag der Kinderkrebshilfe im Hubert-Houben-Stadion an. Viktoria blieb nie ausschließlich bei der Förderung sportlicher Spitzenkräfte stehen, wofür mehrere Hobbygruppen einen deutlichen Beweis abliefern.
Viktoria, soviel ist sicher, ist mehr als nur der Traum von Meisterschaft.

viktoria
1968 spielte erstmals eine Damen-Fußballmannschaft
in Goch. Selbst Toni Turek, die "Torwart-Legende",
kam zum Spiel für die Aktion Sorgenkind.
 

Gesellschaftliche Bedeutung
 
Auf Initiative Völlings wurde 1968 mit dem Bau des neuen Sportzentrums an der Marienwasserstraße begonnen, der Abschied von der altehrwürdigen "Viktoria-Kampfbahn", die modernen Anforderungen nicht mehr genügte, war damit eingeleitet. Völlings zweites Amtsjahr, 1969, war nach längerer Dürreperiode wieder einmal von sportlichen Erfolgen der Fußballer gekrönt:

Die erste Mannschaft sicherte sich durch eine spektakuläre Serie von 30 Spielen ohne Niederlage die Meisterschaft in der Bezirksliga und stieg in die Landesliga auf, die A-Jugend wurde Kreismeister, der Mittelstreckler Jürgen Roghmans nahm an den Deutschen Jugendmeisterschaften teil - 1970 wurde er sogar Niederrhein-Meister über 3000 Meter. Im gleichen Jahr unterstrich der Sportverein Viktoria seine gesellschaftliche Bedeutung für die Weberstadt: Wie schon 1953, damals mit Theo van Sambeck, und 1965, seinerzeit mit Theo Driessen und Christa Derix, stellte die Altherren-Abteilung, diesmal mit "Moni" Coppers und Ria Terörde, Prinzenpaar und Garde im Gocher Karneval, bekanntlich einer der wichtigsten Bestandteile des kulturellen Lebens in der Niersstadt. Auch in den kommenden Jahren sollten die Alten Herren in diesem Bereich die Farben ihrer Viktoria vertreten und über die Kreisgrenzen hinaus bekanntmachen. 1979 geschah das in der Person von Willi van Bruck und seiner Prinzessin Gaby Mühoff, 1987 sorgte "Mike"Theissen an der Seite von Christiane Groß für einen weiteren närrischen Höhepunkt in Rot und Schwarz.


viktoria
Viktoria-Prinz: "Moni" Coppers und
Prinzessin Ria Terörde im Gocher Rathaus.

viktoria Viktoria stellte das Tollitäten-Paar im
Jubiläumsjahr:
Am 11.11.1986 begannen für Michael Theissen und Christiane Groß närrische Tage. Sie wurden das 4. Viktoria Prinzenpaar.
 

Viktoria marschiert
 
1971 - das wenig später "Hubert-Houben-Stadion" getaufte Sportzentrum an der Marienwasserstraße war soeben fertig geworden - hatte seinen unbestrittenen Höhepunkt in der Einweihungspartie gegen die Bundesligamannschaft von Borussia Mönchengladbach,die mit allen Stars anreiste. Vor 6500 Zuschauern boten Netzer, Wimmer, Heynckes, Vogts und Co. eine fußballerische Demonstration und siegten 9:0, ein Ereignis, das die Augenzeugen nicht so schnell vergaßen.

1974 zog die Viktoria endgültig ins Hubert Houben Stadion um, nachdem neben den Umkleideräumen ein eigener Platz errichtet war. Die alte Kampfbahn wurde in kurzer Zeit zum Baugelände. Heute stehen dort, wo einst die Akteure dem runden Leder nachjagten, Wohnhäuser. Zeitgleich wurde eine neue Sportart ins Programm aufgenommen: Im Anschluß an die Olympischen Spiele von München hatte der Volleyball unerwartete Popularität erlangt, so daß die Viktoria eine eigene Abteilung ins Leben rief. Das Gastspiel blieb allerdings nur von kurzer Dauer, die Volleyballer gründeten einen selbstständigen Club.

Während die erste Mannschaft einige Zeit in der Landesliga für Furore gesorgt hatte, mußte 1976 der erneute Abstieg in die Bezirksliga hingenommen werden. Dem sportlichen Tiefpunkt folgte allerdings ein zehnjähriger Höhenflug auf dem Fuße. Während in dieser Phase die A-Jugend allein dreimal Kreismeister wurde, mauserte sich die Leichtathletik-Abteilung unter Führung ihres Ausnahme-Trainers Karl van Koll zu einem Aushängeschild: Die Titel sind kaum zu zählen, stellvertretend der Erfolg von Sprinter Thomas Geuyen, der den Aufstieg in die Deutsche Elite schaffte und 1984 an den Studenten-Weltmeisterschaften teilnahm. Alles in den Schatten stellte freilich in dieser wohl erfolgreichsten Dekade der Viktoria-Geschichte die Bilanz der ersten Fußballmannschaft. Das erste Kapitel schrieb das Team, das 1976 in die Bezirksliga abgestiegen war. Unterstützt von einem Vorstand der die Zeichen der Zeit erkannt hatte und in untrennbarem Zusammenhang mit dem Namen Werner Derksen, der ganz frischen Wind in die Abteilung brachte, marschierte die Elf unter der Führung von Trainer Hannes Sondermann wieder zurück in die Landesliga.

derksenWerner Derksen
 
 
Damit jedoch noch lange nicht genug: Nur zwei Spielzeiten verbrachte die Viktoria in der Landesliga, ehe sie unter Trainer Robert Guyens den Durchbruch in die Verbandsliga realisierte. Der Club war wieder wer am Niederrhein, ruhte sich aber keineswegs auf den Lorbeeren aus, sondern verstand es geschickt, die Mannschaft immer weiter zu verstärken. Namhafte Spieler wurden verpflichtet, die zweithöchste Amateurliga sollte nur eine Durchgangsstation bleiben. Und so kam es denn auch: Bereits im ersten Jahr schlug sich der Neuling sehr beachtlich und landete im oberen Drittel.

In der Zeit neuer fußballerischer Erfolge fiel ein weiterer Umzug, diesmal jedoch nicht auf sportlichem Gebiet, sondern sozusagen von Tresen zu Tresen, denn das Vereinslokal Vinck an der Bahnhofstraße wurde geschlossen. Lange Jahre war die Gaststätte "Bej den Huur" die Heimat der Viktoria gewesen, für viele Mitglieder war es schon deshalb ein Abschied mit Wehmut. Innerhalb kürzester Zeit fand man aber im Kolpinghaus ein neues Domizil.

Die Verantwortlichen feilten weiter am Erfolgskonzept. Im Sommer 1980 stieß mit dem ehemaligen Profi Wolfgang Lüttges der bislang wohl renommierteste Akteur zu den Gochern, trotzdem kam die Elf nicht über einen Platz in der Spitzengruppe hinaus, die Träme von der Amateur-Eliteklasse, der Oberliga, mußten noch einmal zu den Akten gelegt werden. Nicht für lange freilich, denn jetzt wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt. Erster Schritt auf Viktorias Weg zu neuen Ufern: Die Verpflichtung des bundesligaerfahrenen Trainergespanns Klaus Quinkert und Waldi Gerhardt. Während unter Quinkerts Führung "Fast-Profi- Bedingungen" in Training und Vorbereitung eingeführt wurden, baute Co-Tainer Gerhardt einen Talentschuppen auf, den "Fohlenstall", der mit begabtem Nachwuchs einen funktionierenden Unterbau gewährleisten sollte. Eine Maßnahme, die sich auszahlte, wie man an der Tatsache ablesen kann, daß das junge Reserve-Team, bestückt mit Eigengewächsen, 1983 schließlich den Aufstieg in die Bezirksliga feiern konnte.

Daß sich die Viktoria mir ihren Talenten nicht nur eine starke zweite Garnitur aufbauen wollte, unterstreicht die Tatsache, daß mit den Eigengewächsen Horst van Genabith, Andreas Schiffer, Jürgen Zeegers und Olaf Saloga mindestens vier Akteure zeitweise oder gar vollständig in den Kader der ersten Mannschaft aufrückten. Gerade van Genabith wurde zu einem langjährigen Stammspieler der Erstvertretung, ehe ihn eine schwere Verletzung ein wenig aus der Bahn warf. Vorher hatte jedoch die Erstvertretung für Aufsehen gesorgt: Bereits in der Vorbereitung auf die dritte Verbandsliga-Saison, im Sommer 1981, zeigte die Elf um Wolfgang Lüttges beim sensationellen 3:2-Erfolg über den komplett angetretenen Bundesligisten Fortuna Düsseldorf, was in ihr steckt. Für die Experten war damit der große Meisterschaftsfavorit ausgemacht. Vor der Zielgeraden war allerdings noch eine harte Serie zu bewältigen, in der sich das Quinkert-Team letzlich aber souverän durchsetzte.

Im Schatten des Aufstiegs der Fußballer wurde 1982 ein eues Kapitel aufgeschlagen: Eine Basketball-Abteilung wurde gegründet. Mit großem Erfolg, wie sich zeigen sollte, denn das Team marschierte innerhalb kürzester Zeit bis in die Landesliga. Ein kleiner Wermutstropfen stand freilich am Ende diesr Episode: Die Korbjäger hatten das Gefühl, im Großverein zu sehr am Rande zu stehen und gingen nach vier Jahren neue Wege, indem sie sich dem Turnverein anschlossen, obwohl der Vorstand in etlichen Gesprächen eine gütliche Einigung versucht hatte.

Viktoria wird Zuschauermagnet
 
Der Traum von der Oberliga war für die 1. Mannschaft - nicht zuletzt durch die maßgebliche Unterstützung Werner Derksens - Realität geworden, die Viktoria im Oberhaus des Amateurfußballs. Den Zuschauern im Kreis Kleve wurde damit eine Möglichkeit eröffnet, attraktiven Sport vor der eigenen Haustür genießen zu können. Und die Weberstädter hatten einen Start nach Maß.

Verstärkt durch Wolfgang Funkel, mittlerweile A-Nationalspieler und gleich in seinem ersten Jahr als Libero der "Shooting-Star" der Oberliga, Sturm-"Rakete" Hans-Jürgen Offermanns, immerhin zuvor Profi bei Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen, Abwehr-As Uwe Brouwers, hinter den namhafte Vereine hergewesen waren, sowie Peter Mentzel, der bei Bayer Uerdingen Bundesligaluft geschnuppert hatte, entführte der Neuling im ersten Spiel der "dritten Liga" mit einem 1:0-Sieg beide Punkte aus dem altehrwürdigen Wuppertaler Zoo-Stadion. Der Neuling mauserte sich in kürzester Zeit zu einem Team, das höheren Amateurliga-Erwartungen gerecht wurde und schnitt mit einem Platz im oberen Drittel ab. Zufriedenheit bei den Verantwortlichen, als 1983 das erste Kapitel im Oberliga-Dasein der Viktoria geschrieben war, wäre eine nur unzureichende Lagebeschreibung.

Die Viktoria stellte sich auch inhaltlich auf die neuen Gegebenheiten ein: Für gut 50.000 Mark wurde der eigene "Treff" im Stadion ausgebaut. Ein Geschäftszimmer wurde eingerichtet, um die anfallenden organisatorischen Arbeiten besser bewältigen zu können, ein Mannschaftsraum bot von nun an die Möglichkeit, die Spieler der Fußballmannschaften auch im taktischen Bereich in Ruhe vorzubereiten.

Mit dem Ziel, die hervorragende Bilanz des Premierenjahres noch zu verbessern, ging man ins zweite Jahr. Werner Schneider, alter Hase im Bundesligageschäft, kam von Hertha BSC Berlin an den Niederrhein, Michael van de Loo von Bayer Uerdingen und Flügelflitzer Metzger von Rot-Weiß Essen. Die Voraussetzungen für ein weiteres großes Jahr waren damit gegeben.

Zunächst lief jedoch nicht alles nach Plan: Die Mannschaft harmonierte nicht, es gab Unruhe hinter den Kulissen. Kurz vor Weihnachten handelte der Vorstand und trennte sich von Trainer Quinkert. Toni Burghardt, der sich als Spieler beim MSV Duisburg und als erfolgreicher Trainer im Profi- und Amateurfußball einen Namen gemacht hatte, übernahm das "Zepter".

Burghardt bewies, daß er sein Handwerk gelernt hat. Kaum etwas wurde dem Zufall überlassen, eine langfristige Planung lief an. Die erste noch kurzfristige, Bestätigung für die Qualität seiner Arbeit: Die Mannschaft befreite sich leicht aus dem unteren Tabellendrittel und konnte sich ins Mittelfeld absetzen. Spätestens im Sommer 1984 ging der neue Coach an die Feinarbeit und formte ein Team, das vor allen Dingen durch erfrischenden Offensivfußball in den Heimspielen die Anhänger zu mobilisieren verstand. Ein erster Höhepunkt des dritten "Drittligajahres": Die neue Tribüne im Hubert-Houben-Stadion, für rund 200.000 Mark in Rekordzeit errichtet, wurde mit einem Spiel gegen den schottischen Supercupgewinner FC Aberdeen vor gut 2000 Zuschauern eingeweiht. Bei der 0:2-Niederlage zeigte die neue Viktoria, zu der mittlerweile der ehemalige B-Nationalspieler Ludger Kanders gestoßen war, daß mit ihr in der kommenden Oberliga-Saison gerechnet werden mußte.
viktoria

Die neue Tribüne im Hubert-Houben-Stadion,
für rund 200.000 Mark in Rekordzeit errichtet

Selbst das erfolgsverwöhnte Gocher Publikum rieb sich die Augen, als ihre Viktoria in die Spitzengruppe der Eliteliga vorstieß. Der grpße Sprung blieb dem Burghardt-Team zwar verwehrt, zu Hause aber war die Mannschaft eine Macht. Nicht zuletzt deshalb strömten über 5000 Zuschauer in dieser Spielzeit zur Partie gegen den Zweitliga-Absteiger Rot-Weiß Essen ins Stadion. Unter dem Strich sprang seinerzeit zwar eine 2:5-Niederlage heraus, die Viktoria aber hatte Werbung für die Weberstadt gemacht, nicht zuletzt dshalb, weil ein Fernsehteam des WDR mit dabei war.

Was nur Optimisten geglaubt hätten, trat in der folgenden Saison ein: Die Viktoria steigerte sich noch einmal und bot in ihrem vierten Oberliga-Jahr den wohl besten Amateurfußball, der in Goch zu sehen gewesen war. Das Aushängeschild des Clubs, der mittlerweile rund 1000 Mitglieder hatte, vier Senioren-, elf Jugendmannschaften, ein Basketballteam und eine 250 Aktive starke Leichtathletik-Abteilung an den Start schickte, bot phasenweise begeisternden Sport. Während man in der Oberliga zu den stärksten Mannschaften gerechnet werden konnte, dazu trug auch bei, daß mit Keeper Andreas Wessels (später beim Bundesligisten VFL Bochum unter Vertrag), Peter Harth, Hassan Yildirim, der mitten in der Saison zum türkischen Erstligisten Galatasaray Istanbul wechselte, und Robby Kuijpers erneut wichtige Verstärkungen gewonnen wurden, hielt das Team auch gegen große Gegner in Freundschaftsspielen mit: Gegen Ferencvaros Budapest unterlag man nur knapp 1:3, der Nationalmannschaft von Südkorea, die vor der Weltmeisterschaft im Hubert-Houben-Stadion den Ernstfall probte, nur hauchdünn 0:1.
 

Viktoria geht niemals unter
 
Just in dieser Stunde der vielleicht sportlich größten Erfolge, deutete sich der Niedergang an: Die Reserve mußte nach drei Jahren aus der Bezirksliga absteigen und wichtige Offensivspieler verließen die erste Mannschaft. Ausgerechnet in der Saison 1986/87, an deren Ende der 75. Geburtstag des Vereins steht, wurden beim Oberligisten Viktoria Goch kleinere Brötchen gebacken, nachdem die Elf des Jahres 1985/86 noch mit dem Einzug in die erste Hauptrunde im DFB-Pokal noch für einen der unbestreitbar größten Triumphe in der Vereinsgeschichte gesorgt hatte.

Toni Burghardt verließ nach zweieinhalb überaus erfolgreichen Jahren den Club.
Nachfolger Wolfgang Lüttges stand von Anfang an vor der undankbaren Aufgabe, nach dem Weggang von Torhüter Wessels und der Angreifer Thomczik, Harth und Timmler, gegen den Abstieg zu spielen. Eine ganz neue Situation für den Verein, der plötzlich nicht mehr den Offensivfußball spielen konnte, der ihn bekannt gemacht hatte und schon deshalb einen weitaus geringeren Zuschauerzuspruch zu beklagen hatte.

Ein erster Beleg: In der Pokalpartie gegen den Erstligisten FC Homburg, am Abend im ZDF-Sportstudio zu bewundern, gelang es dem neuen Team nicht, an den begeisternden Fußball des Vorjahres anzuschließen. Die keineswegs überzeugenden Profis gewannen 3:0, die Viktoria konnte die Gunst der Stunde, noch einmal ins Rampenlicht zu treten, nicht nutzen.

In der Oberliga kam es, wie es kommen mußte: Trotz einer zwischenzeitlichen Erfolgsserie um die Jahreswende 1986/87, herausragendes Ergebnis war zweifellos der 2:0-Sieg beim Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg, mußte die Lüttges-Elf am Ende des Spieljahres die bittere Pille des Abstiegs in die Verbandsliga schlucken.
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Die 1. Mannschaft des SV Viktoria im Jubiläumsjahr.
Im 75. Jahr seit Vereinsgründung muß man sich mit
dem Abstieg in die Verbandsliga abfinden

Doppelt bitter im Jubiläumsjahr, aber für die Verantwortlichen noch lange kein Grund zur Resignation. "Viktoria geht niemals unter", die Schlagzeile in der Rheinischen Post anläßlich des 50jährigen Jubiläums, dürfte mit einiger Sicherheit auch auf die Situation beim 75. Geburtstag zutreffen. Vorsitzender Bruno Völling gab bereits bei der Jahreshauptversammlung die Parole aus, daß nun jeder in der Viktoria-Familie gefordert sei, dem Verein unter die Arme zu greifen. Während für den Bereich der ersten Mannschaft mit der Verpflichtung des niederländischen Trainers Leo Beerendonk und eines Quartetts von Spielern aus dem Nachbarland eine holländische Ära eingeleitet wurde - daß dieses Konzept erfolgreich sein kann, zeigte nicht zuletzt die Tatsache, daß der langjährige Stammtorwart Arno Merckx in Goch mittlerweile so etwas wie ein Volksheld geworden ist - dürfen diejenigen, die die Gesundheit eines Clubs allein vom Leistungsstand der ersten Mannschaft her beurteilen, nicht vergessen, daß dahinter ein funktionierendes Vereinsgefüge steht, das zweifellos noch so manche Klippe umschiffen wird. Sicher ist, daß die nun über ein dreiviertel Jahrhundert alte Viktoria auch weiter ihren Weg machen wird. Dafür bürgen allein schon jene Mitglieder, die hier nicht namentlich erwähnt wurden, aber durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Verein die wichtigste Bestandsgarantie liefern.